Weingut Hiedler
Das Weingut Hiedler ist ein familiengeführter Weinbaubetrieb in Langenlois im niederösterreichischen Kamptal. Seine Geschichte beginnt im Jahr 1856, als Josef und Anna Hiedler die ersten Weingärten der Familie bewirtschafteten und neben dem damaligen Lederhandel mit der Weinproduktion begannen. Heute führen die Brüder Ludwig Hiedler III. und Dietmar Hiedler das Weingut in fünfter Generation.
Im Mittelpunkt stehen Grüner Veltliner und Riesling aus unterschiedlichen Weinbergslagen des Kamptals. Dazu gehören die klassifizierten Ersten Lagen Kittmannsberg, Schenkenbichl, Käferberg, Steinhaus, Gaisberg und Heiligenstein. Die verschiedenen Böden aus Löss, Lehm und kristallinem Gestein bilden die geografische Grundlage der herkunftsbezogenen Weinproduktion.
Besonders charakteristisch sind die historische Bedeutung des Weißburgunders innerhalb der Familie, die Arbeit mit teilweise sehr alten Rebstöcken und eine Kellerphilosophie, die auf Handlese, natürlichen Hefen und längerer Hefelagerung beruht. Auch das Eulenmotiv, das seit Generationen mit dem Weingut verbunden ist, gehört zu seiner Identität.
Geschichte und Entwicklung des Weinguts
Die Geschichte des Weinguts Hiedler beginnt nicht unmittelbar mit dem Weinbau. Ursprünglich betrieb die Familie in Langenlois eine Ledergerberei und beschäftigte sich mit dem Handel.
Erst durch die Heirat von Josef Hiedler und Anna Hiedler veränderte sich die wirtschaftliche Ausrichtung. Anna brachte die ersten Weingärten in die Familie ein. Im Jahr 1856 gründeten beide das Weingut und begannen, neben dem Ledergeschäft eigene Weine herzustellen.
Die ersten Rebanlagen befanden sich in den Rieden Thal und Spiegel.
Fünf Generationen Weinbau in Langenlois
Die Entwicklung des Familienbetriebs lässt sich anhand mehrerer historisch dokumentierter Stationen nachvollziehen:
◼ 1856 – Gründung des Weinguts: Josef und Anna Hiedler beginnen mit der Weinproduktion. Anna bringt die ersten Weingärten in die Familie ein.
◼ Zweite Generation – Ludwig I. und Anna II. Hiedler: Ludwig beendet die familiäre Ledergerberei, erweitert die Rebflächen und erwirbt den historischen Keller und Heurigen am Rosenhügel.
◼ 1906 – Erste dokumentierte Ehrung: Das Weingut wird vom Erzherzogtum Österreich unter der Enns ausgezeichnet.
◼ 1930er-Jahre – Beginn der Flaschenabfüllung: Ludwig I. gehört zu den frühen Langenloiser Winzern, die ihre Weine in Flaschen füllen.
◼ 1955 – Weißburgunder als eigenständige Rebsorte: Dr. Bruno Hiedler pflanzt Weißburgunder in der Ried Schenkenbichl.
◼ 1980 – Übernahme durch Ludwig II.: Gemeinsam mit María de los Ángeles Hiedler entwickelt er die Weinproduktion und das Exportgeschäft weiter.
◼ 1992 – Gründung der Österreichischen Traditionsweingüter: Ludwig II. gehört zu den Mitbegründern der Vereinigung.
◼ 2023 – Übergabe an die fünfte Generation: Die Brüder Ludwig III. und Dietmar Hiedler übernehmen die Verantwortung für den Familienbetrieb.
Diese Entwicklung zeigt, wie sich aus einer kleinen, nebenberuflichen Weinproduktion ein auf Herkunftsweine spezialisiertes Familienweingut entwickelte.
Weißburgunder als wichtiger Teil der Familiengeschichte
Eine besondere Entscheidung traf Dr. Bruno Hiedler im Jahr 1955.
Er bestockte eine Parzelle der Ried Schenkenbichl mit Weißburgunder. Nach der Familienchronik war er damit der erste Winzer im Donauraum, der diese Rebsorte reinsortig kultivierte.
Zu diesem Zeitpunkt galten kleinbeerige und vergleichsweise ertragsarme Rebsorten nicht als besonders wirtschaftlich attraktiv.
Die Entscheidung hatte langfristige Bedeutung für das Weingut. Weißburgunder wurde zu einem festen Bestandteil des Sortiments und prägt bis heute die Weinlinie Maximum Alte Reben.
Die Menschen hinter den Weinen
Die Geschichte des Weinguts Hiedler ist eng mit den Menschen verbunden, die den Betrieb über fünf Generationen weiterentwickelt haben.
Dr. Bruno und Hildegard Hiedler
Dr. Bruno Hiedler führte das Weingut in dritter Generation. Neben seiner Tätigkeit als Winzer arbeitete er als praktizierender Arzt.
Seine Ehefrau Hildegard Hiedler stammte aus Oberösterreich und war Sängerin und Geschäftsfrau. Gemeinsam modernisierten sie den Familienbetrieb und vergrößerten die Rebfläche auf rund acht Hektar.
Unter ihrer Führung entwickelte sich der Vertrieb über Langenlois hinaus. Die Flaschenweine wurden an Kundinnen und Kunden in verschiedenen Teilen Österreichs geliefert.
Brunos Entscheidung für den Weißburgunder im Jahr 1955 gehört zu den langfristig prägenden Entwicklungen dieser Generation.
Ludwig II. und María de los Ángeles Hiedler
Im Jahr 1980 übernahm Ludwig Hiedler II. nach seinem Wirtschaftsstudium das Weingut.
Seine Ehefrau María de los Ángeles Hiedler, die aus Barcelona stammte, brachte sich ebenfalls maßgeblich in die Entwicklung ein. Sie baute insbesondere das internationale Exportgeschäft aus.
Ludwig II. beschäftigte sich intensiv mit den unterschiedlichen Weinbergslagen des Kamptals und deren Klassifikation.
Sein Engagement führte 1992 gemeinsam mit neun weiteren Winzerkollegen zur Gründung der Vereinigung Österreichische Traditionsweingüter.
María de los Ángeles Hiedler ist mittlerweile verstorben. Ihre Arbeit bleibt jedoch ein dokumentierter Bestandteil der Familien- und Unternehmensgeschichte.
Ludwig III. und Dietmar Hiedler – die fünfte Generation
Seit 2023 führen die Brüder Ludwig Hiedler III. und Dietmar Hiedler das Weingut.
Beide wuchsen im Familienbetrieb auf und sammelten darüber hinaus Erfahrungen durch Reisen und den Austausch mit anderen Weinproduzenten.
Ihre heutige Arbeit baut auf dem Wissen der vorherigen Generationen auf und verbindet dieses mit eigenen Vorstellungen von Weinbau und Kellerwirtschaft.
Die Brüder beschreiben mehrere gemeinsame Schwerpunkte:
◼ Handwerkliche Weinbereitung: Die einzelnen Arbeitsschritte im Weingarten und Keller besitzen einen hohen Stellenwert.
◼ Herkunft als Grundlage: Die Weine sollen die Eigenschaften ihrer Weinbergslagen nachvollziehbar widerspiegeln.
◼ Zeit für die Entwicklung: Während Gärung und Reifung erhalten die Weine ausreichend Zeit.
◼ Zusammenarbeit im Team: Weinbau und Kellerwirtschaft werden als gemeinsame Leistung der Beschäftigten verstanden.
Die fünfte Generation setzt damit den Schwerpunkt auf herkunftsorientierte Weine und die Fortführung der überlieferten Kellerarbeit.
Herkunft, Weinberge und Terroir
Das Weingut Hiedler befindet sich in Langenlois im Kamptal, einer niederösterreichischen Weinbauregion entlang des Flusses Kamp.
Die Weinberge liegen an einer geologischen Übergangszone. Im Bereich von Langenlois treffen kalkreiche Lössablagerungen auf kristalline Gesteine wie Gneis, Amphibolit und Glimmerschiefer.
Diese unterschiedlichen Bodenverhältnisse sind für die Weinproduktion besonders relevant.
Das Klima im Kamptal
Die klimatischen Bedingungen entstehen durch das Zusammenspiel unterschiedlicher Luftströmungen.
Tagsüber gelangt wärmere Luft aus der südöstlichen Donauebene in die Weinberge. Nachts strömt kühlere Luft aus den bewaldeten Hochlagen im Nordwesten in das Tal.
Daraus ergeben sich Temperaturunterschiede zwischen Tag und Nacht, die die Reifeentwicklung der Trauben beeinflussen.
Die wichtigsten dokumentierten Standortmerkmale sind:
◼ Pannonisch-kontinentale Klimaeinflüsse: Warme Luftströmungen aus dem Südosten treffen auf kühlere Luft aus dem Nordwesten.
◼ Löss- und Lehmböden: Besonders in den Weinbergen rund um Langenlois verbreitet.
◼ Kristalline Gesteine: Gneis, Amphibolit und weitere metamorphe Gesteine prägen andere Lagen.
◼ Unterschiedliche Höhenlagen: Die dokumentierten Rieden reichen von rund 210 bis 365 Metern Seehöhe.
Diese geografischen Unterschiede bilden die Grundlage der einzelnen Herkunftsweine.
Ried Thal – der Ursprung des Familienweinguts
Die Ried Thal besitzt eine besondere historische Bedeutung.
Hier kultivierten Josef und Anna Hiedler im Jahr 1856 die ersten Rebstöcke des Familienbetriebs.
Der Weinberg liegt südlich des Weinguts und ist durch weitläufige Terrassen geprägt. Seine Böden bestehen aus kalkhaltigem Löss mit grobkörnigem Quarzsand.
Im Jahr 1936 pflanzte Ludwig Hiedler I. dort eine frühe reinsortige Grüner-Veltliner-Anlage.
Die alte Rebgenetik wird von der Familie weiter selektioniert und vermehrt.
Die klassifizierten Ersten Lagen
Das Weingut bewirtschaftet mehrere Weinberge, die im System der Österreichischen Traditionsweingüter als Erste Lagen klassifiziert sind.
Zu den dokumentierten Rieden gehören:
◼ Ried Kittmannsberg 1ÖTW: Ein Hochplateau westlich von Langenlois mit Lösslehm und kalkreichen Tonböden. Die Lage erreicht bis zu 365 Meter Seehöhe.
◼ Ried Schenkenbichl 1ÖTW: Eine südöstlich ausgerichtete Lage nördlich von Langenlois mit Amphibolit, Gneis und Löss. Hier stehen auch die historisch bedeutenden Weißburgunder-Reben.
◼ Ried Käferberg 1ÖTW: Eine geologisch vielfältige Lage mit kristallinem Gestein, Tonmergel und Löss. Die dokumentierten Rebstöcke erreichen teilweise ein Alter von bis zu 85 Jahren.
◼ Ried Steinhaus 1ÖTW: Die steilste Weinbergslage in Langenlois, geprägt von Gneis, Amphibolit und Quarz. Sie wird vom Weingut für Riesling genutzt.
◼ Ried Gaisberg 1ÖTW: Eine Lage bei Straß, Kammern und Zöbing mit unterschiedlichen kristallinen Gesteinen sowie teilweise Lössauflagen.
◼ Ried Heiligenstein 1ÖTW: Ein Weinberg bei Zöbing mit geologisch charakteristischem Sandstein und Konglomerat aus dem Perm.
Die unterschiedlichen Böden und Hanglagen ermöglichen es, Grüner Veltliner und Riesling nach ihrer konkreten geografischen Herkunft zu unterscheiden.
Ried Heiligenstein – Riesling auf altem Sandstein
Der Heiligenstein gehört zu den wichtigen Rieslingherkünften des Weinguts.
Seine erste schriftliche Erwähnung stammt aus dem Jahr 1280. Die Lage erreicht bis zu 350 Meter Seehöhe und weist steile, südwestlich ausgerichtete Hänge auf.
Geologisch besteht der Untergrund aus Sandstein und Konglomerat, deren Entstehung in das Erdzeitalter Perm zurückreicht.
Die Hiedler-Reben dieser Lage sind nach der offiziellen Lagenbeschreibung zwischen 30 und 60 Jahre alt.
Der Riesling Ried Heiligenstein gehört zu den regelmäßig von Weinfachmedien bewerteten Weinen des Betriebs.
Weinbauphilosophie und Arbeitsweise
Die Weinbauphilosophie von Hiedler basiert auf handwerklichen Verfahren und einer bewussten Zurückhaltung bei der Weinbereitung.
Der Betrieb beschreibt seine Arbeitsweise als enge Zusammenarbeit mit den natürlichen Bedingungen der Weinberge.
Dabei spielen alte Rebstöcke, die Pflege der Böden und die Verarbeitung gesunder Trauben eine zentrale Rolle.
Bewirtschaftung der Weinberge
Das Weingut verzichtet nach eigenen Angaben bereits seit Jahrzehnten auf Herbizide, Insektizide und Kunstdünger.
Die Familie misst der Erhaltung der Böden und der langfristigen Entwicklung ihrer Rebstöcke eine besondere Bedeutung bei.
Zu den dokumentierten Maßnahmen gehören:
◼ Verzicht auf Herbizide: Der Betrieb gibt an, diese Mittel seit Jahrzehnten nicht einzusetzen.
◼ Verzicht auf Insektizide: Auch entsprechende Pflanzenschutzmittel werden nach Betriebsangaben nicht verwendet.
◼ Verzicht auf Kunstdünger: Die Bodenbewirtschaftung erfolgt ohne deren Einsatz.
◼ Handlese: Die Trauben werden von Hand geerntet und direkt am Rebstock selektiert.
◇ Erhaltung alter Rebgenetik: Besonders in der Ried Thal werden historische Grüner-Veltliner-Rebanlagen gezielt weitervermehrt.
Die genannten Maßnahmen beschreiben die vom Weingut dokumentierte Bewirtschaftungspraxis.
Schonende Traubenverarbeitung und natürliche Gärung
Nach der Lese werden die Trauben im Keller behutsam verarbeitet.
Die Beeren werden zunächst leicht angequetscht und bleiben anschließend mehrere Stunden im eigenen Saft.
Dieser Maischekontakt dient dazu, bestimmte Aromastoffe aus den Traubenschalen in den Most zu übertragen.
Danach folgt eine schonende Pressung mit möglichst geringem Druck.
Die wesentlichen Kellerverfahren sind:
◼ Kurze Maischestandzeit: Die angequetschten Trauben bleiben zunächst im eigenen Saft.
◼ Schonende Pressung: Die Trauben werden mit geringem Druck gepresst.
◼ Natürliche Hefen: Die Gärung wird durch vorhandene Hefen eingeleitet.
◼ Längere Hefelagerung: Die Weine bleiben nach der Gärung für mehrere Monate in Kontakt mit der Hefe.
◇ Biologischer Säureabbau: Dieser wird weder gezielt erzwungen noch grundsätzlich verhindert.
Der Betrieb verfolgt damit einen Ansatz, bei dem die Gärung beobachtet und begleitet wird, ohne jeden Entwicklungsschritt technisch vorzugeben.
Naturkeller, Akazienholz und lange Reifung
Die Weine reifen in einem historischen Naturkeller, der von Hand in den Löss gegraben wurde.
Dort werden unterschiedliche Behälter eingesetzt:
◼ Edelstahltanks: Für Gärung und Ausbau ausgewählter Weine.
◼ Traditionelle Akazienfässer: Ein Bestandteil der dokumentierten Kellerinfrastruktur.
◼ Kleine Eichenfässer: Werden ebenfalls für die Reifung eingesetzt.
◇ Längere Kellerlagerung: Bestimmte Weinlinien bleiben über mehrere Jahre im Keller.
Ein Beispiel ist die FR Familienreserve, deren längerer Ausbau an die überlieferte Familientradition anknüpft.
Die Weine des Weinguts Hiedler
Das Sortiment wird insbesondere von Grünem Veltliner, Riesling und Weißburgunder geprägt.
Ergänzend verarbeitet das Weingut Chardonnay, Muskat-Ottonel und Pinot Noir sowie Trauben für Rosé, Cuvées und Süßweine.
Die Weinlinien unterscheiden sich nach Rebsorte, Herkunft, Rebalter und Ausbau.
Grüner Veltliner – vom Lösswein bis zur Ersten Lage
Grüner Veltliner besitzt im Weingut Hiedler eine lange Geschichte.
Die ältesten dokumentierten Rebanlagen gehen auf Pflanzungen in der Ried Thal aus dem Jahr 1936 zurück.
Im Sortiment werden unterschiedliche Herkunfts- und Qualitätslinien angeboten.
◼ Grüner Veltliner Löss 2025: Ein Wein mit Bezug zu den Lössböden des Kamptals.
◼ Grüner Veltliner Langenloiser Tonmineral 2025: Ein Ortswein aus unterschiedlichen Langenloiser Löss- und Lehmböden.
◼ Grüner Veltliner Ried Thal 2025: Ein Wein aus einer der historisch wichtigsten Lagen des Familienbetriebs.
◼ Grüner Veltliner Ried Kittmannsberg 1ÖTW 2024: Ein Lagenwein aus kalkreichen Ton- und Lösslehmböden.
◼ Grüner Veltliner Ried Schenkenbichl 1ÖTW 2025: Ein weiterer Wein aus einer klassifizierten Ersten Lage.
◇ Weitere Abfüllungen: Grüner Veltliner Ried Käferberg, Maximum Alte Reben und FR Familienreserve ergänzen das Sortiment.
Die verschiedenen Weine zeigen, wie eine Rebsorte innerhalb desselben Betriebs nach Herkunft und Ausbau differenziert wird.
Grüner Veltliner Maximum Alte Reben
Der Grüne Veltliner Maximum Alte Reben ist eine eigenständige Weinlinie des Weinguts.
Für den Jahrgang 2023 dokumentiert die offizielle Bewertungsübersicht eine Falstaff-Bewertung von 95 Punkten.
Die veröffentlichten Verkostungsnotizen nennen unter anderem tropische Frucht, Zitrusanklänge, Holzwürze und einen strukturierten Abgang.
Diese Eigenschaften beziehen sich auf den konkret bewerteten Jahrgang.
Riesling – Herkunft aus kristallinen Gesteinen
Riesling bildet den zweiten wichtigen Schwerpunkt im Sortiment.
Die Trauben stammen aus unterschiedlichen Weinbergslagen, deren Böden teilweise von Gneis, Amphibolit und Sandsteinkonglomerat geprägt sind.
Zu den dokumentierten Weinen gehören:
◼ Riesling Langenloiser Urgestein 2025: Ein Ortswein aus unterschiedlichen kristallinen Böden rund um Langenlois.
◼ Riesling Ried Steinhaus 1ÖTW 2024: Ein Wein aus der steilsten dokumentierten Weinbergslage von Langenlois.
◼ Riesling Ried Gaisberg 1ÖTW 2025: Ein Lagenwein aus einem von verschiedenen kristallinen Gesteinen geprägten Weinberg.
◼ Riesling Ried Heiligenstein 1ÖTW 2025: Ein Wein aus der geologisch besonderen Sandstein- und Konglomeratlage bei Zöbing.
◼ Riesling Maximum Alte Reben 2023: Eine weitere eigenständige Riesling-Abfüllung.
Der Riesling Maximum Alte Reben 2023 wurde in der offiziellen Falstaff-Übersicht mit 97 Punkten bewertet.
Riesling Ried Heiligenstein
Der Riesling Ried Heiligenstein zählt zu den regelmäßig ausgezeichneten Weinen des Hauses.
Für den Jahrgang 2024 vergab Falstaff 96 Punkte.
Die veröffentlichte Verkostungsbeschreibung nennt kandierte Orangenzesten, Pfirsich, Mango und Safrananklänge.
Auch eine salzige Note im Abgang und ein dokumentiertes Reifepotenzial gehören zur Bewertung dieses Jahrgangs.
Weißburgunder – eine besondere Familientradition
Der Weißburgunder besitzt bei Hiedler eine eigenständige historische Bedeutung.
Dr. Bruno Hiedler pflanzte diese Rebsorte 1955 in der Ried Schenkenbichl. Die Familie führt diese Pflanzung als eine frühe reinsortige Weißburgunder-Kultivierung im Donauraum an.
Zum dokumentierten Sortiment gehören mehrere Varianten.
◼ Weißburgunder Langenloiser Kalksand 2025: Ein Ortswein aus kalkreichen und teilweise sandigen Lössböden.
◼ Weißburgunder Maximum Alte Reben 2023: Eine eigenständige Abfüllung aus der Maximum-Linie.
Für den Weißburgunder Maximum Alte Reben 2023 dokumentiert das Weingut eine Bewertung von 94 Falstaff-Punkten.
Die Verkostungsbeschreibung nennt Mango, Orangenschalen, Nougat, Blütenhonig und Quitte sowie dezente Holznoten.
Die beiden Weißburgunder-Weine zeigen, wie die historische Rebsorte innerhalb des heutigen Sortiments fortgeführt wird.
Weitere Weine und Spezialitäten
Neben Grüner Veltliner, Riesling und Weißburgunder entstehen weitere eigenständige Weine.
Die offizielle Sortimentsübersicht umfasst folgende zusätzliche Kategorien:
◼ Chardonnay: Ergänzt das Weißweinportfolio, unter anderem mit der Abfüllung Toasted & Unfiltered.
◼ Muskat-Ottonel: Eine aromatische weiße Rebsorte im Sortiment.
◼ Pinot Noir: Gehört zur Rotweinproduktion des Hauses.
◼ Rosé: Ergänzt das Angebot um eine weitere Weinart.
◇ Süßweine: Beerenauslese und Eiswein werden als gesonderte Produktkategorien geführt.
Chardonnay Toasted & Unfiltered
Der Chardonnay Toasted & Unfiltered 2023 gehört zu den eigenständigen Spezialitäten des Weinguts.
Für diesen Wein veröffentlicht Hiedler eine Bewertung von 95 Falstaff-Punkten.
Die dokumentierte Verkostungsbeschreibung nennt Tabak- und Kräuterwürze, Mango, Blütenhonig, Mandarinenzesten sowie Vanilleanklänge.
Der Wein wird außerdem mit deutlichem Körper und Holznoten im Abgang beschrieben.
Auszeichnungen und Prämierungen
Das Weingut Hiedler wurde von verschiedenen österreichischen und internationalen Weinfachmedien bewertet.
Die offizielle Auszeichnungsübersicht dokumentiert Ergebnisse von Falstaff, Weinwisser, James Suckling und Robert Parker's Wine Advocate.
Falstaff – ausgewählte Weinbewertungen
Die veröffentlichten Ergebnisse umfassen unter anderem:
◼ Riesling Maximum Alte Reben 2023: 97 Punkte.
◼ Riesling Ried Heiligenstein 1ÖTW 2024: 96 Punkte.
◼ Grüner Veltliner Ried Käferberg 1ÖTW 2023: 95 Punkte.
◼ Grüner Veltliner Maximum Alte Reben 2023: 95 Punkte.
◼ Riesling Ried Gaisberg 1ÖTW 2024: 95 Punkte.
◇ Weitere 95-Punkte-Bewertung: Chardonnay Toasted & Unfiltered 2023.
Falstaff Kamptal Rieden Cup
Beim Falstaff Kamptal Rieden Cup konnte der Riesling Ried Heiligenstein mehrfach Erfolge erzielen.
Das Weingut dokumentiert erste Plätze in den Jahren:
◼ 2017: Riesling Ried Heiligenstein 2016, 95 Punkte.
◼ 2018: Riesling Ried Heiligenstein 2017, 96 Punkte.
◼ 2019: Riesling Ried Heiligenstein 2018, 96 Punkte.
◼ 2021: Riesling Ried Heiligenstein 2020, 96 Punkte.
◼ 2025: Riesling Ried Heiligenstein 2024, 96 Punkte.
Darüber hinaus erreichte der Riesling Ried Heiligenstein 2021 beim Kamptal Rieden Cup 2022 den dritten Platz in der Kategorie Riesling.
Internationale Fachbewertungen
Auch James Suckling und Weinwisser bewerteten unterschiedliche Weine des Betriebs.
Zu den dokumentierten Ergebnissen gehören:
◼ James Suckling: 95 Punkte für Riesling Ried Heiligenstein 2024.
◼ James Suckling: 94 Punkte für Grüner Veltliner Ried Schenkenbichl 2024.
◼ Weinwisser: 18,5+ Punkte für Grüner Veltliner Ried Kittmannsberg 2023.
◼ Weinwisser: 18,5 Punkte für Riesling Ried Steinhaus 2023.
Die Bewertungen beziehen sich jeweils auf die konkret genannten Weine und Jahrgänge.
Was das Weingut besonders macht
Das Weingut Hiedler vereint mehrere dokumentierte Merkmale, die seine heutige Ausrichtung prägen.
Besonders relevant sind die lange Familiengeschichte, die historischen Weinbergslagen und die handwerkliche Kellerarbeit.
◼ Gründung 1856: Die Familie begann mit dem Weinbau, nachdem Anna Hiedler Weingärten in den Betrieb eingebracht hatte.
◼ Fünf Generationen: Ludwig III. und Dietmar Hiedler führen das Weingut seit 2023.
◼ Historische Weißburgunder-Pflanzung: Dr. Bruno Hiedler kultivierte die Rebsorte bereits 1955 reinsortig.
◼ Gründungsmitglied der Österreichischen Traditionsweingüter: Ludwig II. war 1992 an der Gründung der Vereinigung beteiligt.
◼ Alte Rebstöcke: In einzelnen Lagen wachsen Reben mit einem dokumentierten Alter von bis zu 85 Jahren.
◇ Herkunftsvielfalt: Löss, Lehm, Amphibolit, Gneis und Sandsteinkonglomerat prägen unterschiedliche Weinbergslagen.
◇ Handwerkliche Weinbereitung: Handlese, natürliche Hefen und längere Hefelagerung gehören zur Arbeitsweise.
▸ Eigenständige Weinlinien: Lagenweine, Maximum Alte Reben und Familienreserve unterscheiden sich hinsichtlich Herkunft und Ausbau.
Die Eule als Symbol des Weinguts
Ein weiteres Merkmal des Familienbetriebs ist die Eule, die seit Generationen auf den Weinetiketten verwendet wird.
Ihre Geschichte reicht in die Zeit von Ludwig Hiedler I. zurück.
Zwei steinerne Eulen stehen noch heute auf Sandsteinsäulen vor dem Weingut. Sie wurden im Zusammenhang mit seiner Weinbauphilosophie geschaffen und entwickelten sich zu einem wiederkehrenden Zeichen der Familie.
Die Eule verbindet damit die historische Identität des Betriebs mit seiner heutigen Außendarstellung.
Fazit
Das Weingut Hiedler aus Langenlois verbindet eine seit 1856 dokumentierte Familiengeschichte mit einer auf Grüner Veltliner, Riesling und Weißburgunder spezialisierten Weinproduktion. Seit 2023 führen Ludwig III. und Dietmar Hiedler den Betrieb in fünfter Generation.
Besonders prägend sind die historischen Weinbergslagen des Kamptals, darunter Kittmannsberg, Schenkenbichl, Käferberg, Steinhaus, Gaisberg und Heiligenstein. Ihre unterschiedlichen Bodenverhältnisse und Höhenlagen bilden die Grundlage der eigenständigen Herkunftsweine.
Mit Handlese, natürlichen Hefen, längerer Hefelagerung und der Pflege alter Rebstöcke setzt der Betrieb seine handwerkliche Weinbautradition fort. Die dokumentierten Fachbewertungen zeigen zudem die Anerkennung einzelner Grüner-Veltliner- und Riesling-Jahrgänge.
Häufige Fragen (FAQ)
Wo befindet sich das Weingut Hiedler?
Das Weingut Hiedler befindet sich am Rosenhügel 13 in 3550 Langenlois, Niederösterreich. Der Betrieb liegt im Weinbaugebiet Kamptal und bewirtschaftet unterschiedliche Weinbergslagen rund um Langenlois sowie bei Straß, Kammern und Zöbing.
Seit wann gibt es das Weingut Hiedler?
Das Weingut wurde 1856 von Josef und Anna Hiedler gegründet. Anna brachte die ersten Weingärten in die Familie ein. Ursprünglich betrieb die Familie eine Ledergerberei und beschäftigte sich mit dem Handel.
Wer führt das Weingut Hiedler?
Seit 2023 liegt die Verantwortung bei den Brüdern Ludwig Hiedler III. und Dietmar Hiedler. Sie führen das Familienweingut in fünfter Generation und setzen die herkunftsbezogene Weinproduktion fort.
Welche Rebsorten verarbeitet das Weingut Hiedler?
Die wichtigsten Rebsorten sind Grüner Veltliner, Riesling und Weißburgunder. Zusätzlich umfasst das dokumentierte Sortiment Chardonnay, Muskat-Ottonel und Pinot Noir sowie Roséweine, Cuvées und Süßweine.
Welche bekannten Weinbergslagen gehören zum Weingut Hiedler?
Zu den wichtigsten Rieden gehören Thal, Kittmannsberg, Schenkenbichl, Käferberg, Steinhaus, Gaisberg und Heiligenstein. Die unterschiedlichen Lagen sind durch Löss, Lehm und verschiedene kristalline Gesteine geprägt.
Welche Auszeichnungen hat das Weingut Hiedler erhalten?
Der Riesling Ried Heiligenstein erzielte beim Falstaff Kamptal Rieden Cup mehrfach erste Plätze, darunter 2025 mit dem Jahrgang 2024 und 96 Punkten. Der Riesling Maximum Alte Reben 2023 wurde außerdem mit 97 Falstaff-Punkten bewertet.
Das Weingut auf einen Blick
◼ Weingut: Weingut Hiedler
◼ Unternehmen: Weingut Hiedler GmbH
◼ Standort: Am Rosenhügel 13, 3550 Langenlois, Niederösterreich, Österreich
◼ Weinbaugebiet: Kamptal
◼ Gründung: 1856
◼ Gründer: Josef und Anna Hiedler
◼ Generation: Fünfte Generation
◼ Betriebsführung: Ludwig Hiedler III. und Dietmar Hiedler seit 2023
◼ Wichtigste Rebsorten: Grüner Veltliner und Riesling
◼ Weitere Rebsorten: Weißburgunder, Chardonnay, Muskat-Ottonel und Pinot Noir
◼ Historische Besonderheit: Reinsortige Weißburgunder-Pflanzung durch Dr. Bruno Hiedler im Jahr 1955
◇ Wichtige Rieden: Thal, Kittmannsberg, Schenkenbichl, Käferberg, Steinhaus, Gaisberg und Heiligenstein
◇ Bodenarten: Löss, Lehm, Gneis, Amphibolit, Glimmerschiefer und Sandsteinkonglomerat
◇ Weinbauschwerpunkte: Herkunftsbezogene Grüner-Veltliner- und Riesling-Weine
◇ Klassifikation: Mehrere Rieden als Erste Lage der Österreichischen Traditionsweingüter klassifiziert
◇ Weinbergsbewirtschaftung: Handlese und laut Betrieb Verzicht auf Herbizide, Insektizide und Kunstdünger
◇ Kellerwirtschaft: Natürliche Gärung, längere Hefelagerung und Ausbau in Edelstahl-, Akazien- und Eichenholzbehältern
◇ Bekannte Weinlinien: Maximum Alte Reben und FR Familienreserve
◇ Familiensymbol: Eule auf Etiketten und Sandsteinsäulen
▸ Auszeichnung: Mehrfache erste Plätze für Riesling Ried Heiligenstein beim Falstaff Kamptal Rieden Cup
▸ Falstaff-Bewertung: 97 Punkte für Riesling Maximum Alte Reben 2023
Das Weingut Hiedler ist ein Familienbetrieb aus Langenlois im Kamptal mit einer Weinbaugeschichte seit 1856. Ludwig III. und Dietmar Hiedler führen das Weingut in fünfter Generation. Im Mittelpunkt stehen Grüner Veltliner und Riesling aus historischen Weinbergslagen sowie Weißburgunder mit einer besonderen Familientradition. Die Verbindung alter Rebstöcke, handwerklicher Weinbereitung und unterschiedlicher Herkunftslagen prägt das Sortiment.