Weingut Hartl III
Das Weingut Heinrich Hartl III ist ein familiengeführter Weinbaubetrieb in Oberwaltersdorf in Niederösterreich. Heinrich und Marie-Sophie Hartl bewirtschaften 16 Hektar Rebfläche in der Thermenregion und führen die Weinbautradition der Familie in sechster Generation fort. Besonders im Mittelpunkt stehen die roten Rebsorten Pinot Noir und Sankt Laurent sowie die traditionellen Weißweinsorten Rotgipfler, Zierfandler und Traminer.
Die Geschichte des Hofes reicht bis ins Jahr 1799 zurück. Über mehrere Generationen entwickelte sich der ursprünglich gemischt-landwirtschaftliche Betrieb zu einem auf Weinbau spezialisierten Unternehmen. Seit der Übernahme durch Heinrich und Marie-Sophie Hartl im Jahr 2016 konzentriert sich die Familie vollständig auf den Weinbau und die Weiterentwicklung ihrer Weine.
Charakteristisch sind die unterschiedlichen Weinbergslagen zwischen Oberwaltersdorf, Tattendorf, Gumpoldskirchen und Pfaffstätten. Die Kombination aus kalkreichen Schotterböden im Süden und Lehm- sowie Muschelkalkböden im Norden ermöglicht die Produktion verschiedener Rot- und Weißweine. Besonderes Augenmerk gilt dem Pinot Noir Ried Graf Weingartl, einem der prägenden Herkunftsweine des Betriebs.
Geschichte und Entwicklung des Weinguts
Die Geschichte des heutigen Weinguts Hartl ist eng mit dem Familienhof in der Trumauer Straße 24 in Oberwaltersdorf verbunden. Seine erste dokumentierte Erwähnung stammt aus dem Jahr 1799, als Johann und Magdalena Marx als Eigentümer genannt wurden.
Im Laufe des 19. und 20. Jahrhunderts wurde der Hof innerhalb der Familie weitergegeben. Die Landwirtschaft umfasste zunächst verschiedene Betriebszweige, darunter Getreideanbau, Viehwirtschaft und Weinbau.
Ein wichtiger Entwicklungsschritt erfolgte 1957, als Heinrich Hartl I. und seine Frau Gertraud, geborene Graf, den Betrieb übernahmen. In dieser Generation wurde der Weinbau ausgeweitet und die Buschenschank stärker genutzt.
Die wesentlichen Meilensteine der Familiengeschichte sind:
◼ 1799 – Erste dokumentierte Eigentümer: Johann und Magdalena Marx werden als Besitzer des Hofes in Oberwaltersdorf genannt.
◼ 1872 – Übernahme durch die Familie Graf: Franz und Katharina Graf, geborene Marx, führen den landwirtschaftlichen Betrieb fort.
◼ 1933 – Nächste Generation: Ferdinand und Margareta Graf übernehmen den Hof.
◼ 1957 – Heinrich Hartl I. und Gertraud Hartl: Der Weinbau wird ausgeweitet, während die gemischte Landwirtschaft bestehen bleibt.
◼ 1986 – Heinrich Hartl II. und Herta Hartl: Die nächste Generation konzentriert sich zunehmend auf die Qualitätsweinproduktion.
◼ 2016 – Heinrich Hartl III. und Marie-Sophie Hartl: Das Ehepaar übernimmt den Betrieb und stellt ihn vollständig auf Weinbau um.
Mit der Übernahme 2016 endete die Viehwirtschaft des Hofes. Eine kleinere landwirtschaftliche Bewirtschaftung blieb neben dem Weinbau bestehen.
Vom Familienhof zum spezialisierten Weingut
Unter Heinrich und Marie-Sophie Hartl erfolgten weitere Veränderungen, insbesondere bei der Bewirtschaftung, der Zertifizierung und der Präsentation des Weinguts.
◼ 2019 – Nachhaltig-Austria-Zertifizierung: Der Betrieb erhält mit dem Jahrgang 2019 die entsprechende Zertifizierung.
◼ 2022 – Bio-Zertifizierung: Mit dem Jahrgang 2022 werden Weingut und bewirtschaftete Rebfläche biologisch zertifiziert.
◼ 2022 – Mitgliedschaft bei den Österreichischen Traditionsweingütern: Im Mai tritt das Weingut der Vereinigung bei.
◼ 2024 – Neue Markenpräsentation: Die bisherige Bezeichnung HH3 wird durch den Markenauftritt Weingut Hartl mit neuen Etiketten und neuer Website abgelöst.
Die Entwicklung ist durch eine bewusste Entscheidung geprägt: Heinrich und Marie-Sophie Hartl möchten die Rebfläche überschaubar halten und nur um ausgewählte Weinbergslagen erweitern.
Damit liegt der Schwerpunkt nicht auf möglichst starkem Wachstum, sondern auf der Weiterentwicklung der bestehenden Weine und ihrer Herkunft.
Die Menschen hinter den Weinen
Heinrich Hartl III. – Winzer mit besonderer Verbindung zum Pinot Noir
Heinrich Hartl III. wuchs im landwirtschaftlichen Familienbetrieb auf. Der Weinbau gehörte bereits in seiner Kindheit zum Alltag.
Nach seiner Ausbildung an der Weinbauschule Klosterneuburg sammelte er praktische Erfahrungen bei unterschiedlichen Weinproduzenten im Ausland.
Besonders prägend waren Aufenthalte in Neuseeland und Südtirol sowie die Zusammenarbeit mit anderen Winzern.
Zu seinen dokumentierten Ausbildungs- und Praxisstationen gehören:
◼ Weinbauschule Klosterneuburg: Fachliche Ausbildung im Weinbau und in der Kellerwirtschaft.
◼ Sacred Hill, Neuseeland: Praktische Erfahrungen bei Winemaker Tony Bish.
◼ Pegasus Bay, Neuseeland: Weitere Erfahrungen bei den Winemakern Matthew und Lynette Donaldson.
◼ Weingut Clemens Waldthaler, Südtirol: Zusammenarbeit mit Kellermeister Holger Dütsch.
◇ Weitere Weinbauregionen: Studienreisen führten ihn unter anderem nach Frankreich, Portugal, Deutschland und Ungarn.
Während dieser Aufenthalte entwickelte Heinrich Hartl eine besondere Verbindung zum Pinot Noir.
Die Rebsorte steht heute im Mittelpunkt seiner Rotweinproduktion. Sein erklärtes Ziel ist es, Pinot Noir herzustellen, der sich durch eine präzise Frucht, eine eigenständige Struktur und die Herkunft aus der Thermenregion auszeichnet.
Die Gründung der Winzervereinigung „Die Burgundermacher“ bezeichnet das Weingut als wichtigen Entwicklungsschritt seiner Beschäftigung mit burgundischen Rebsorten.
Marie-Sophie Hartl – Weinakademikerin und Winzerin
Marie-Sophie Hartl, geborene Lodron, führt das Weingut gemeinsam mit ihrem Ehemann.
Ihre berufliche Laufbahn führte sie zur Österreich Wein Marketing, wo sie als Head of Export West tätig war. Darüber hinaus sammelte sie Erfahrungen in der Beratung europäischer Weingüter.
Sie absolvierte die Ausbildung zur Weinakademikerin und brachte ihre Kenntnisse über internationale Weinmärkte in den Familienbetrieb ein.
Heute verbindet Marie-Sophie Hartl unterschiedliche Aufgaben:
◼ Weinbereitung: Sie beteiligt sich an der Entwicklung der Weine und insbesondere an der Zusammenstellung von Cuvées.
◼ Weinwirtschaftliche Erfahrung: Ihre frühere Tätigkeit bei Österreich Wein Marketing bildet einen fachlichen Hintergrund.
◼ Gastronomie: Sie ist auch in die kulinarische Ausrichtung des Weinguts eingebunden.
◇ Betriebsentwicklung: Gemeinsam mit Heinrich Hartl trifft sie Entscheidungen über die zukünftige Ausrichtung des Familienbetriebs.
Die Arbeit an den Cuvées gehört nach ihrer eigenen Darstellung zu den besonders wichtigen Phasen des Weinjahres.
Die Familie Hartl – mehrere Generationen arbeiten zusammen
Auch andere Familienmitglieder unterstützen den Betrieb.
Heinrich Hartl II. und weitere Angehörige der älteren Generation helfen bei Arbeiten im Weingarten, bei Auslieferungen und im Heurigenbetrieb.
Heinrichs ältester Sohn Paul ist unter anderem im Service, an der Schank und beim Ab-Hof-Verkauf tätig.
Die Zusammenarbeit verschiedener Generationen bleibt damit ein Bestandteil des heutigen Betriebs.
Herkunft, Weinberge und Terroir
Das Weingut Hartl liegt in der Thermenregion im südlichen Niederösterreich. Die 16 Hektar Rebfläche verteilen sich auf unterschiedliche Standorte zwischen dem Steinfeld und den Weinbauorten am Rand des Wienerwaldes.
In Oberwaltersdorf, Tattendorf und Teesdorf befinden sich insbesondere die Rotweinflächen. Die Weißweinproduktion konzentriert sich auf Standorte in Gumpoldskirchen und Pfaffstätten.
Die unterschiedlichen Bodenverhältnisse spielen für die Auswahl der Rebsorten eine wesentliche Rolle.
Klimatische Bedingungen der Thermenregion
Das Weinbaugebiet wird durch pannonische Klimaeinflüsse geprägt.
Nach Angaben des Weinguts gehören heiße Sommer, häufig trockene Herbstperioden und rund 1.800 Sonnenstunden pro Jahr zu den Standortbedingungen.
Auch die Temperaturunterschiede zwischen Tag und Nacht beeinflussen die Entwicklung der Trauben.
Die klimatischen Merkmale lassen sich folgendermaßen zusammenfassen:
◼ Pannonischer Klimaeinfluss: Warme Sommer und vergleichsweise trockene Herbstbedingungen.
◼ Temperaturunterschiede: Schwankungen zwischen Tages- und Nachttemperaturen während der Reifeperiode.
◼ Unterschiedliche Teilregionen: Die südlichen und nördlichen Weinberge besitzen verschiedene geologische Voraussetzungen.
Die Unterschiede zwischen dem Steinfeld und den Weinbergen bei Gumpoldskirchen und Pfaffstätten spiegeln sich in der Verteilung der angebauten Rebsorten wider.
Ried Graf Weingartl – Herkunft des prägenden Pinot Noir
Die Ried Graf Weingartl gehört zu den wichtigsten Weinbergslagen des Weinguts.
Sie befindet sich in Oberwaltersdorf und wird nach Angaben des Betriebs seit 1820 als Weingarten genutzt.
Der Boden besteht aus tiefgründigen Schwemmlandablagerungen mit einer mächtigen Schwarzerdeauflage. Darunter befindet sich Kalkschotter.
Heinrich Hartl betrachtet diese Lage als besonders bedeutsam für seine Pinot-Noir-Produktion.
Der Pinot Noir Ried Graf Weingartl wird bereits seit dem Jahrgang 2007 lagenrein abgefüllt.
Ried Kräutergarten – kalkreicher Schotterboden
Die Ried Kräutergarten befindet sich ebenfalls in Oberwaltersdorf.
Sie zeichnet sich durch karge Schwemmlandböden mit hohen Kalk- und Sandanteilen aus. An der Oberfläche liegen zahlreiche größere Kieselsteine.
Die Rebanlagen sind teilweise bis zu 40 Jahre alt.
Die Riede bildet die Herkunft mehrerer Rotweine des Betriebs, darunter Pinot Noir und Sankt Laurent.
Ein besonderes Beispiel ist der Pinot Noir „Beere für Beere“ Ried Kräutergarten 2023, dessen Herstellung durch eine ungewöhnlich aufwendige Verarbeitung einzelner Trauben geprägt ist.
Ried Kreuzweingarten – Rotgipfler aus Gumpoldskirchen
Die Ried Kreuzweingarten liegt in Gumpoldskirchen.
Ihre Böden bestehen aus tiefgründiger, stark kalkhaltiger Braunerde mit einem hohen Lehmanteil.
Die Reben verfügen dadurch über Standortbedingungen mit guter Wasserversorgung.
Für die dokumentierte Rebanlage nennt das Weingut ein Alter von 37 Jahren und eine Erziehung in Hochkultur am Drahtrahmen.
Aus dieser Ried entsteht unter anderem ein Rotgipfler mit klassifizierter Herkunft.
Ried Landgraf – kalkreicher Boden bei Pfaffstätten
Eine weitere dokumentierte Lage ist die Ried Landgraf in Pfaffstätten.
Sie weist Braunerde auf Muschelkalk sowie kargen Schwemmlandschotter mit besonders hohem Kalkanteil auf.
Im Untergrund befinden sich feine weiße Schotterablagerungen. Stellenweise kommen sandige und lehmige Schichten vor.
Der Betrieb nutzt diese Herkunft unter anderem für Pinot Noir.
Die wichtigsten dokumentierten Rieden im Überblick:
◼ Ried Graf Weingartl: Oberwaltersdorf, Schwarzerde auf Kalkschotter.
◼ Ried Kräutergarten: Oberwaltersdorf, kalkreicher und sandiger Schotterboden.
◼ Ried Kreuzweingarten: Gumpoldskirchen, kalkhaltige Braunerde mit hohem Lehmanteil.
◼ Ried Landgraf: Pfaffstätten, Muschelkalk und kalkreicher Schwemmlandschotter.
Die unterschiedlichen Standorte ermöglichen dem Weingut, sowohl rote Burgundersorten als auch traditionelle Weißweinsorten der Thermenregion getrennt nach Herkunft auszubauen.
Weinbauphilosophie und Arbeitsweise
Heinrich und Marie-Sophie Hartl verfolgen einen Weinbauansatz, bei dem die Pflege der Böden, die Auswahl der Trauben und der respektvolle Umgang mit den vorhandenen natürlichen Ressourcen im Mittelpunkt stehen.
Seit dem Jahrgang 2022 besitzt das Weingut eine Bio-Zertifizierung. Bereits seit dem Jahrgang 2019 besteht eine Zertifizierung nach dem Programm Nachhaltig Austria.
Die Familie beschreibt die Erhaltung eines funktionierenden Zusammenspiels zwischen Reben, Boden und Begrünung als wichtiges Ziel ihrer Bewirtschaftung.
Weinbergsbewirtschaftung und Handlese
Im Weingarten setzt Hartl unterschiedliche dokumentierte Maßnahmen ein.
◼ Begrünung: Zwischen den Rebzeilen werden gezielt Begrünungspflanzen ausgesät.
◼ Laubarbeit: Das Wachstum und die Anordnung der Blätter und Triebe werden durch entsprechende Pflegearbeiten beeinflusst.
◼ Ertragsregulierung: Die Traubenmenge wird während der Vegetationsperiode gezielt begrenzt.
◼ Nützlingsschonender Pflanzenschutz: Die Bewirtschaftung berücksichtigt den Schutz nützlicher Organismen.
◼ Handlese: Die Trauben werden ausschließlich von Hand geerntet.
◇ Mehrere Lesedurchgänge: Je nach Reifezustand erfolgt die Ernte in unterschiedlichen Durchgängen.
Durch die Handlese kann bereits im Weingarten eine Auswahl der Trauben vorgenommen werden.
Die einzelnen Maßnahmen gehören zum dokumentierten Bewirtschaftungskonzept des Betriebs.
Kellerwirtschaft und Weinbereitung
In der Kellerarbeit beschäftigt sich Heinrich Hartl besonders intensiv mit der Herstellung unterschiedlicher Pinot-Noir-Weine.
Dabei spielen sowohl die Traubenverarbeitung als auch die jeweilige Reifung eine Rolle.
Die unterschiedliche Herkunft der Rebsorten beeinflusst die Wahl der Kellerverfahren.
Besonders die Erfahrungen aus Neuseeland, Südtirol und Burgund prägten die Beschäftigung des Winzers mit Pinot Noir und seinen verschiedenen stilistischen Möglichkeiten.
Ein konkretes Beispiel für die Weiterentwicklung der Weinbereitung ist der Wein „Beere für Beere“.
Pinot Noir „Beere für Beere“ – ein besonderes Herstellungsverfahren
Der Pinot Noir „Beere für Beere“ Ried Kräutergarten 2023 entstand nach einer praktischen Erfahrung, die Heinrich Hartl während der Weinlese 2023 bei der Domaine P.O. Garcia in Nuits-Saint-Georges im Burgund sammelte.
Bei diesem Wein wird ein Teil der Trauben nach einem besonders arbeitsintensiven Verfahren verarbeitet.
◼ Herkunft: Ried Kräutergarten.
◼ Rebsorte: Pinot Noir.
◼ Jahrgang: 2023.
◼ Besonderheit: Bei rund einem Drittel der verwendeten Trauben werden die einzelnen Beeren händisch von den Stielgerüsten geschnitten.
Das Verfahren wurde nach dem Vorbild der Arbeitsweise von P.O. Garcia umgesetzt.
Die spezielle Traubenverarbeitung bildet ein wesentliches Merkmal dieses Weins und unterscheidet ihn von den klassischen Pinot-Noir-Abfüllungen des Hauses.
Die Weine des Weinguts Hartl
Das Sortiment des Weinguts Hartl umfasst Rotweine, Weißweine, Roséweine, Sekt und besondere Spezialitäten.
Besonders im Mittelpunkt stehen Pinot Noir und Sankt Laurent sowie die traditionellen weißen Rebsorten Rotgipfler, Zierfandler und Traminer.
Die Weine werden in unterschiedliche Herkunfts- und Produktlinien unterteilt. Neben klassischen Sortenweinen entstehen Ortsweine, Riedenweine und besondere Abfüllungen.
Pinot Noir – eine prägende Rebsorte des Weinguts
Pinot Noir besitzt für Heinrich Hartl eine besondere Bedeutung. Seine internationale Ausbildung und die Erfahrungen in Neuseeland und Burgund haben sein Interesse an dieser Rebsorte wesentlich geprägt.
Zum dokumentierten Pinot-Noir-Sortiment gehören:
◼ Pinot Noir Tattendorf Thermenregion DAC 2025: Ein Herkunftswein aus Tattendorf.
◼ Pinot Noir Ried Kräutergarten Tattendorf Thermenregion DAC 2023: Ein eigenständiger Lagenwein.
◼ Pinot Noir Ried Graf Weingartl 1ÖTW 2023: Ein Wein aus einer klassifizierten Ersten Lage, die zu den wichtigsten Herkünften des Weinguts gehört.
◼ Pinot Noir Ried Landgraf Pfaffstätten 2021: Eine weitere Herkunftsabfüllung.
◼ Pinot Noir „Beere für Beere“ Ried Kräutergarten 2023: Ein Wein mit besonderer manueller Traubenverarbeitung.
Die unterschiedlichen Abfüllungen ermöglichen eine differenzierte Betrachtung derselben Rebsorte anhand ihrer Herkunft und Verarbeitung.
Pinot Noir Ried Graf Weingartl
Der Pinot Noir Ried Graf Weingartl gehört zu den wichtigsten Weinen des Betriebs.
Die Lage wird seit 1820 für Weinbau genutzt. Der Wein wird seit dem Jahrgang 2007 als eigenständiger Riedenwein abgefüllt.
Im Januar 2026 veröffentlichte das Weingut einen besonderen Erfolg: Der Pinot Noir Ried Graf Weingartl 1ÖTW 2023 erreichte den zweiten Platz in der Kategorie Pinot Noir des Falstaff Rotweinguides 2026.
Damit gehörte er gemeinsam mit dem Pinot Noir „Beere für Beere“ zu den beiden bestplatzierten Weinen dieser Verkostung.
Sankt Laurent – eine weitere Rotweinspezialisierung
Neben Pinot Noir spielt Sankt Laurent eine wichtige Rolle in der Rotweinproduktion.
Die Rebsorte wird in der Thermenregion seit Langem kultiviert und gehört zu den charakteristischen roten Sorten des Gebiets.
Das Weingut führt unter anderem:
◼ Sankt Laurent Tattendorf Thermenregion DAC 2025: Ein klassischer Herkunftswein.
◼ Sankt Laurent Ried Kräutergarten Oberwaltersdorf 2022: Ein Lagenwein aus den kalkreichen Schotterböden der Ried Kräutergarten.
Die beiden Weine verdeutlichen die Unterscheidung zwischen einer ortsbezogenen Herkunft und einer konkreten Einzellage.
Weitere Rotweine und Cuvées
Das Rotweinportfolio umfasst auch internationale und weitere österreichische Rebsorten.
Zu den dokumentierten Weinen gehören:
◼ Zweigelt Reserve 2022: Ein eigenständiger Reservewein aus Zweigelt.
◼ Merlot 2022: Ein reinsortiger Rotwein.
◼ Cabernet Sauvignon 2022: Ergänzt das Sortiment um eine international verbreitete rote Rebsorte.
◼ Amicus Cuvée 2023: Eine Rotweincuvée des Weinguts.
◼ Steinfeld Rot 2024: Eine Cuvée aus Blauem Portugieser und Rösler.
Die Weine ergänzen den Schwerpunkt auf Pinot Noir und Sankt Laurent.
Rotgipfler, Zierfandler und die Weißweine der Thermenregion
Bei den Weißweinen beschäftigt sich das Weingut besonders mit den traditionellen Rebsorten der Thermenregion.
Rotgipfler und Zierfandler besitzen dabei einen hohen Stellenwert. Beide sind eng mit dem Weinbau rund um Gumpoldskirchen verbunden.
Rotgipfler aus Gumpoldskirchen
Seit 2016 bewirtschaften Heinrich und Marie-Sophie Hartl Weinbergslagen im Bereich Gumpoldskirchen, darunter Kreuzweingarten, Kramer und Schwaben.
Der Rotgipfler nimmt innerhalb des Sortiments mehrere unterschiedliche Formen an.
◼ Rotgipfler Gumpoldskirchen Thermenregion DAC 2024: Ein eigenständiger Herkunftswein.
◼ Rotgipfler Ried Kreuzweingarten 1ÖTW 2022: Ein Wein aus der klassifizierten Ersten Lage Kreuzweingarten.
Die Herkunft Kreuzweingarten zeichnet sich durch tiefgründige, kalkhaltige Braunerdeböden mit hohem Lehmanteil aus.
Zierfandler und Traminer
Neben Rotgipfler gehören Zierfandler und Traminer zu den wesentlichen weißen Rebsorten des Hauses.
Das dokumentierte Sortiment umfasst:
◼ Zierfandler Thermenregion DAC 2023: Eine eigenständige Abfüllung.
◼ Zierfandler „Gelbie“ 2019: Eine weitere Weinlinie aus Zierfandler.
◼ Traminer 2025: Ein reinsortiger Weißwein.
Der Traminer besitzt zudem eine persönliche Bedeutung für die Winzerfamilie.
Heinrich Hartl pflanzte diese Rebsorte 2006 gemeinsam mit seinem Urgroßvater Ferdinand Graf aus. Die Entscheidung folgte auf eine Studienreise ins Elsass.
SkiNZ – Rotgipfler, Traminer und Muskateller
Mit SkiNZ produziert das Weingut eine besondere Weißweincuvée.
Die dokumentierte Abfüllung 2022 verbindet drei Rebsorten:
◼ Rotgipfler
◼ Traminer
◼ Muskateller
Die Cuvée gehört zu den eigenständigen Weinprojekten des Betriebs und ergänzt die klassischen reinsortigen Weißweine.
Weitere Weißweine
Zusätzlich gehören folgende Produkte zum dokumentierten Sortiment:
◇ Grüner Veltliner 2025: Ein klassischer Weißwein.
◇ Chardonnay Thermenregion DAC 2025: Eine weitere eigenständige Abfüllung.
◇ Gemischter Satz 2024: Ein Wein aus mehreren gemeinsam verarbeiteten Rebsorten.
◇ Steinfeld Weiss 2025: Eine Cuvée aus Rivaner und Muskateller.
Diese Weine erweitern die Auswahl über die traditionellen Rebsorten der Thermenregion hinaus.
Sekt, Rosé und besondere Spezialitäten
Neben Stillweinen produziert das Weingut Hartl auch Sekt, Rosé und weitere Weinspezialitäten.
Blanc de Noir vom Steinfeld
Der Sekt Blanc de Noir gehört zu den besonderen Produkten des Weinguts.
Die Bezeichnung Blanc de Noir bedeutet, dass ein heller Wein aus dunklen Trauben hergestellt wird.
Hartl führt zwei unterschiedliche Varianten:
◼ Sekt Blanc de Noir Brut
◼ Sekt Blanc de Noir Zero Dosage
Die Bezeichnungen Brut und Zero Dosage beziehen sich auf unterschiedliche Dosage- beziehungsweise Restzuckerkategorien des Sekts.
Rosé und Frizzante
Das Sortiment wird durch zwei weitere Produkte ergänzt:
◇ Rosé 2025: Ein eigenständiger Roséwein.
◇ Frizzante Rosé 2025: Eine perlende Rosévariante.
Kraftvoll und Eiswein
Eine weitere Besonderheit ist „Kraftvoll“ Rösler.
Das Weingut beschreibt diesen Wein als langlebigen Dessertwein, der nach einem Verfahren hergestellt wird, das sich an der Weinbereitung im portugiesischen Douro-Tal orientiert.
Daneben gehört ein Grüner Veltliner Eiswein 2023 zum dokumentierten Sortiment.
Die Spezialitäten ergänzen die klassischen Weinlinien um weitere Herstellungsverfahren und Weinstile.
Auszeichnungen und Prämierungen
Das Weingut Hartl erhielt bei österreichischen Weinbewertungen mehrere Auszeichnungen.
Besonders die Pinot-Noir-Weine konnten in den Jahren 2024 bis 2026 dokumentierte Erfolge erzielen.
Falstaff Rotweinguide 2026 – Doppelsieg für Pinot Noir
Ein bedeutendes Ergebnis wurde am 2. Januar 2026 veröffentlicht.
Im Falstaff Rotweinguide 2026 belegten zwei Weine des Weinguts die ersten beiden Plätze in der Kategorie Pinot Noir.
◼ Platz 1: Pinot Noir „Beere für Beere“ Ried Kräutergarten 2023.
◼ Platz 2: Pinot Noir Ried Graf Weingartl 1ÖTW 2023.
Der Sieg des „Beere für Beere“ ist besonders mit dessen aufwendiger Verarbeitung verbunden. Bei einem Teil der Trauben werden die einzelnen Beeren händisch von den Stielgerüsten getrennt.
Sortensieger Thermenregion 2026
Bei der Prämierungsweinkost Thermenregion 2026 wurde der Pinot Noir Ried Graf Weingartl 2023 als Sortensieger in der Kategorie Pinot Noir ausgezeichnet.
Die entsprechende Bekanntgabe erfolgte am 1. September 2026.
SALON Österreich Wein 2024
Auch im SALON Österreich Wein 2024 war das Weingut mit zwei Weinen vertreten.
◼ SkiNZ 2022
◼ Pinot Noir Ried Graf Weingartl
Die Aufnahme dokumentiert die Anerkennung unterschiedlicher Weinlinien des Betriebs.
Die Prämierungen betreffen jeweils die ausgezeichneten Weine und Jahrgänge. Sie sind nicht pauschal auf sämtliche Produkte übertragbar.
Was das Weingut besonders macht
Das Weingut Hartl verbindet eine lange Familiengeschichte mit einer klaren Spezialisierung auf ausgewählte Rebsorten und Weinbergslagen der Thermenregion.
Kennzeichnend sind mehrere dokumentierte Merkmale:
◼ Hofgeschichte seit 1799: Der heutige Betrieb hat seine Wurzeln in einem über Generationen bewirtschafteten Familienhof.
◼ Sechste Generation: Heinrich und Marie-Sophie Hartl führen den Betrieb seit 2016.
◼ 16 Hektar Rebfläche: Das Ehepaar hat sich bewusst für eine überschaubare Betriebsgröße entschieden.
◼ Pinot Noir und Sankt Laurent: Diese Rebsorten bilden den Schwerpunkt der Rotweinproduktion.
◼ Rotgipfler und Zierfandler: Zwei traditionelle Weißweinrebsorten der Thermenregion nehmen einen wichtigen Platz ein.
◇ Biologische Zertifizierung: Seit dem Jahrgang 2022.
◇ Mitgliedschaft bei den Österreichischen Traditionsweingütern: Seit Mai 2022.
◇ Internationale Erfahrung: Heinrich und Marie-Sophie Hartl bringen Kenntnisse aus unterschiedlichen Bereichen der Weinwirtschaft ein.
▸ Falstaff Doppelsieg 2026: Zwei Pinot-Noir-Weine aus dem Jahrgang 2023 belegten die ersten beiden Plätze ihrer Kategorie.
Die Pinotheque – Weinbistro am Weingut
Neben der Weinproduktion betreibt die Familie Hartl das Weinbistro Die Pinotheque in Oberwaltersdorf.
Das Bistro wurde im April 2025 eröffnet und verbindet die Weine des Hauses mit einem gastronomischen Angebot.
Auch Weinverkostungen und Führungen durch das Weingut werden angeboten.
Damit ergänzt die Familie die Weinproduktion um die Möglichkeit, sich unmittelbar vor Ort mit den Weinen und ihren Herkunftslagen zu beschäftigen.
Fazit
Das Weingut Hartl in Oberwaltersdorf verbindet eine seit 1799 dokumentierte Hofgeschichte mit einem auf ausgewählte Rebsorten spezialisierten Weinbau. Seit der Übernahme im Jahr 2016 führen Heinrich und Marie-Sophie Hartl den Betrieb in sechster Generation.
Im Mittelpunkt stehen Pinot Noir und Sankt Laurent sowie die traditionellen Weißweinsorten Rotgipfler, Zierfandler und Traminer. Die unterschiedlichen Weinbergslagen zwischen Oberwaltersdorf, Tattendorf, Gumpoldskirchen und Pfaffstätten bilden eine wichtige Grundlage der Weinproduktion.
Mit seiner biologischen Zertifizierung, der gezielten Bewirtschaftung von 16 Hektar Rebfläche und besonderen Weinprojekten wie „Beere für Beere“ besitzt das Weingut ein eigenständiges Profil. Die dokumentierten Pinot-Noir-Auszeichnungen des Jahres 2026 zeigen die fachliche Anerkennung einzelner Weine.
Häufige Fragen (FAQ)
Wo befindet sich das Weingut Hartl?
Das Weingut Hartl befindet sich in der Trumauer Straße 24 in Oberwaltersdorf, Niederösterreich. Die Weinberge liegen in verschiedenen Orten der Thermenregion, darunter Oberwaltersdorf, Tattendorf, Teesdorf, Gumpoldskirchen und Pfaffstätten.
Seit wann besteht das Weingut Hartl?
Die Geschichte des Familienhofes ist seit 1799 dokumentiert. Seit 1957 wird der Betrieb unter dem Familiennamen Hartl geführt. Heinrich und Marie-Sophie Hartl übernahmen das Weingut im Jahr 2016 in sechster Generation.
Wer führt das Weingut Hartl?
Heinrich Hartl III. und seine Ehefrau Marie-Sophie Hartl führen das Weingut gemeinsam. Heinrich absolvierte die Weinbauschule Klosterneuburg und sammelte internationale Erfahrungen in Neuseeland und Südtirol. Marie-Sophie ist Weinakademikerin und war zuvor bei Österreich Wein Marketing tätig.
Welche Rebsorten produziert das Weingut Hartl?
Zu den wichtigsten roten Rebsorten gehören Pinot Noir und Sankt Laurent. Bei den Weißweinen konzentriert sich der Betrieb besonders auf Rotgipfler, Zierfandler und Traminer. Darüber hinaus werden unter anderem Grüner Veltliner, Chardonnay, Zweigelt, Merlot und Cabernet Sauvignon verarbeitet.
Welche Weinbergslagen gehören zum Weingut Hartl?
Zu den dokumentierten Rieden gehören Graf Weingartl und Kräutergarten in Oberwaltersdorf, Kreuzweingarten in Gumpoldskirchen und Landgraf in Pfaffstätten. Die Böden unterscheiden sich hinsichtlich ihres Anteils an Kalk, Schotter, Lehm und Schwarzerde.
Welche Auszeichnungen hat das Weingut Hartl erhalten?
Im Falstaff Rotweinguide 2026 belegten der Pinot Noir „Beere für Beere“ Ried Kräutergarten 2023 und der Pinot Noir Ried Graf Weingartl 2023 die ersten beiden Plätze in der Kategorie Pinot Noir. Der Graf Weingartl 2023 wurde außerdem bei der Prämierungsweinkost Thermenregion 2026 als Sortensieger ausgezeichnet.
Das Weingut auf einen Blick
◼ Weingut: Weingut Hartl / Heinrich Hartl III.
◼ Standort: Trumauer Straße 24, Oberwaltersdorf, Niederösterreich, Österreich
◼ Weinbaugebiet: Thermenregion
◼ Erste dokumentierte Hofgeschichte: 1799
◼ Generation: Sechste Generation
◼ Betriebsführung: Heinrich und Marie-Sophie Hartl
◼ Betriebsübernahme: 2016
◼ Rebfläche: 16 Hektar
◼ Wichtigste rote Rebsorten: Pinot Noir und Sankt Laurent
◼ Traditionelle weiße Rebsorten: Rotgipfler, Zierfandler und Traminer
◼ Weitere Rebsorten: Grüner Veltliner, Chardonnay, Muskateller, Zweigelt, Merlot und Cabernet Sauvignon
◇ Wichtige Rieden: Graf Weingartl, Kräutergarten, Kreuzweingarten und Landgraf
◇ Weinbauorte: Oberwaltersdorf, Tattendorf, Teesdorf, Gumpoldskirchen und Pfaffstätten
◇ Bodenarten: Kalkschotter, Sand, Lehm, Muschelkalk und Schwarzerde
◇ Weinbau: Biologische Bewirtschaftung, Begrünung, Ertragsregulierung und ausschließliche Handlese
◇ Bio-Zertifizierung: Seit dem Jahrgang 2022
◇ Nachhaltig-Austria-Zertifizierung: Seit dem Jahrgang 2019
◇ Österreichische Traditionsweingüter: Mitglied seit Mai 2022
◇ Bekannte Weine: Pinot Noir Ried Graf Weingartl, Pinot Noir „Beere für Beere“, Rotgipfler Ried Kreuzweingarten und SkiNZ
◇ Weitere Produkte: Sekt Blanc de Noir, Rosé, Frizzante und Dessertweine
◇ Gastronomie: Weinbistro Die Pinotheque
▸ Falstaff Rotweinguide 2026: Platz 1 und Platz 2 in der Kategorie Pinot Noir für zwei Weine des Jahrgangs 2023
▸ Prämierungsweinkost Thermenregion 2026: Sortensieg für Pinot Noir Ried Graf Weingartl 2023
Das Weingut Hartl ist ein familiengeführter Betrieb aus Oberwaltersdorf in der niederösterreichischen Thermenregion. Heinrich und Marie-Sophie Hartl bewirtschaften 16 Hektar Rebfläche mit Schwerpunkt auf Pinot Noir, Sankt Laurent, Rotgipfler und Zierfandler. Die Hofgeschichte reicht bis 1799 zurück. Heute verbindet das Weingut biologisch zertifizierten Weinbau mit ausgewählten Herkunftslagen und besonderen Verfahren der Pinot-Noir-Herstellung.