Weingut Fritz

Weingut Fritz
Copyright: Fritz

Das Weingut Josef Fritz ist ein familiengeführter Weinbaubetrieb in Zaußenberg bei Königsbrunn am Wagram in Niederösterreich. Das 1912 gegründete Weingut wird seit 2003 von Josef und Irene Fritz in fünfter Winzergeneration geführt. Im Mittelpunkt der Produktion steht der Rote Veltliner, eine traditionsreiche österreichische Weißweinrebsorte, die das Profil des Betriebs wesentlich prägt.

Die Familie bewirtschaftet nach aktueller Angabe auf ihrer Startseite 17 Hektar Rebfläche. Ihre Weinberge liegen in historischen Wagramer Rieden, darunter Steinberg, Mordthal, Himmelreich, Schlossberg und Schafberg. Die unterschiedlichen Böden aus Löss, Sandstein und Tertiärschotter spielen eine wichtige Rolle bei der Herkunft und Herstellung der Weine.

Neben Rotem Veltliner produziert das Weingut Grünen Veltliner, Riesling, Chardonnay, Roten Traminer sowie Rotweine und Sekte. Besonders charakteristisch sind die sorgfältige Handlese, die Verarbeitung durch Schwerkraft im mehrstöckigen Presshaus und die differenzierte Reifung in Edelstahl- und Holzfässern.

Geschichte und Entwicklung des Weinguts

Die Geschichte des Weinguts Josef Fritz reicht bis 1912 zurück. Seither ist der Weinbau innerhalb der Familie über mehrere Generationen weitergegeben worden. Heute verbindet der Betrieb seine familiären Wurzeln mit einer klaren Spezialisierung auf den Roten Veltliner und die unterschiedlichen Herkunftslagen des Wagrams.

Josef Fritz entschied sich bereits in jungen Jahren für den Weinbau. Nach seiner Ausbildung an der Weinbauschule Klosterneuburg, die er 1987 mit der Matura abschloss, beschäftigte er sich intensiv mit der Weiterentwicklung der Weine des Familienbetriebs.

Ein wesentlicher Entwicklungsschritt erfolgte im Jahr 2003, als Josef und Irene Fritz das Weingut von Josefs Eltern übernahmen. Im selben Jahr wurde ein neues Presshaus errichtet, das eine besonders schonende Traubenverarbeitung durch Schwerkraft ermöglicht.

Die wichtigsten dokumentierten Meilensteine sind:

◼ 1912 – Gründung des Weinguts: Beginn der über mehrere Generationen fortgeführten Familiengeschichte im Weinbau.

◼ 1987 – Abschluss der Weinbauausbildung: Josef Fritz maturierte an der Weinbauschule Klosterneuburg.

◼ 1999 – Engagement für den Roten Veltliner: Josef Fritz setzte sich dafür ein, dass die Rebsorte einen festen Platz im SALON Österreich Wein erhielt.

◼ 2003 – Übernahme in fünfter Generation: Josef und Irene Fritz übernahmen den Familienbetrieb.

◼ 2003 – Neubau des Presshauses: Die dreigeschossige Anlage ermöglicht den Transport von Trauben und Most mithilfe der Schwerkraft.

◼ 2018 – Einstieg der nächsten Generation: Sohn Johannes Fritz begann, neben seiner Ausbildung und seinem Studium im Weingut mitzuarbeiten.

Die Weiterentwicklung des Familienbetriebs ist nicht vorrangig auf die Vergrößerung der Rebfläche ausgerichtet. Stattdessen betont die Familie die Arbeit mit ihren bestehenden Weinbergen und die gezielte Entwicklung unterschiedlicher Weinstile.

Ein weiterer Schritt war die Einführung des Roten Veltliners „Josef vs. Johannes“, dessen Geschichte 2019 begann. Dieser Wein verbindet die unterschiedlichen Vorstellungen zweier Winzergenerationen und steht damit auch für den bevorstehenden Generationenwechsel.

Die Menschen hinter den Weinen

Im Weingut Josef Fritz arbeiten mehrere Familienmitglieder zusammen. Josef und Irene Fritz verantworten den Betrieb, während ihr Sohn Johannes bereits in die Entscheidungsprozesse eingebunden wird.

Josef Fritz – Winzer und Verfechter des Roten Veltliners

Josef Fritz ist Betriebsleiter, Weinbauer und Kellermeister des Familienweinguts.

Seine Entscheidung für den Winzerberuf stand bereits in jungen Jahren fest. Nach seiner Ausbildung in Klosterneuburg widmete er sich der Entwicklung des Familienbetriebs und insbesondere der Rebsorte Roter Veltliner.

Sein Engagement für diese Sorte beeinflusst die Ausrichtung des gesamten Weinguts. Der Rote Veltliner nimmt einen erheblichen Teil der Rebfläche ein und wird in mehreren unterschiedlichen Weinlinien hergestellt.

Auch mit ungewöhnlicheren Ausbauverfahren beschäftigt sich Josef Fritz. Ein dokumentiertes Beispiel ist der Ausbau von Rotem Traminer im Barriquefass, den er trotz anfänglicher Skepsis gegenüber diesem Vorhaben umsetzte.

Irene Fritz – Weingarten, Verkauf und Organisation

Irene Fritz verantwortet Aufgaben im Weingarten, im Verkauf und in der Büroorganisation.

Ihre familiären Wurzeln liegen ebenfalls im Weinbau. Sie stammt aus einem kleinen Weinbaubetrieb in Oberstockstall und wollte ursprünglich Gärtnerin werden.

Im gemeinsamen Familienbetrieb trug Irene Fritz wesentlich zur Professionalisierung von Verkauf und Administration bei. Gleichzeitig bleibt die praktische Arbeit im Weingarten ein wichtiger Bestandteil ihrer Tätigkeit.

Ihre bevorzugten Rebsorten sind Grüner Veltliner, Weißburgunder und Riesling. Darüber hinaus beschäftigt sie sich intensiv mit Kulinarik und der Verbindung von Speisen und Wein.

Johannes Fritz – die nächste Winzergeneration

Johannes Fritz arbeitet seit 2018 im Familienweingut mit. Parallel dazu widmet er sich dem Studium der Önologie, des Weinbaus und der Weinwirtschaft.

Er sammelte zusätzliche praktische Erfahrungen bei anderen Weinbaubetrieben, darunter beim Weingut Keller in Dalsheim.

Seine Eltern beziehen ihn bereits in betriebliche Entscheidungen ein. Die spätere Übernahme des Weinguts durch Johannes ist nach Angaben der Familie vorgesehen und wird gemeinsam vorbereitet.

Die Zusammenarbeit der Generationen wird besonders durch den Wein „Josef vs. Johannes“ sichtbar. Er vereint unterschiedliche Vorstellungen von einem langlebigen und herkunftsgeprägten Roten Veltliner.

Theresia Fritz – Teil der Familienentscheidungen

Auch Theresia Fritz ist in die familiären Überlegungen zur Entwicklung des Weinguts eingebunden.

Sie absolvierte ein Ergotherapie-Studium am IMC Krems und verfolgt eine weitere akademische Ausbildung in Wien. Ihr beruflicher Schwerpunkt liegt außerhalb des Weinbaus.

Trotzdem bleibt ihre Meinung nach Angaben der Familie ein wichtiger Bestandteil gemeinsamer Entscheidungen.

Die Rollen innerhalb des Familienbetriebs lassen sich folgendermaßen zusammenfassen:

◼ Josef Fritz: Betriebsleitung, Weinbau und Kellerwirtschaft.

◼ Irene Fritz: Weingartenarbeit, Verkauf und Administration.

◼ Johannes Fritz: Mitarbeit im Weingut und Vorbereitung auf die nächste Generation der Betriebsführung.

◇ Theresia Fritz: Familiäre Mitwirkung und Einbindung in grundlegende Entscheidungen.

Die bewusst geplante Übergabe zeigt, dass die nächste Generation bereits vor einem formalen Wechsel an der Entwicklung des Familienbetriebs beteiligt wird.

Herkunft, Weinberge und Terroir

Das Weingut Josef Fritz liegt am Wagram, einem niederösterreichischen Weinbaugebiet, dessen Landschaft wesentlich durch eine markante Geländestufe aus eiszeitlichen Lössablagerungen geprägt ist.

Die Weinberge der Familie befinden sich in historischen Rieden rund um Zaußenberg, Ruppersthal, Großweikersdorf und Mitterstockstall.

Neben Löss kommen in den Weinbergen Sandstein und Tertiärschotter vor. Die unterschiedlichen Bodenverhältnisse, Hangrichtungen und lokalen Klimabedingungen bestimmen die Voraussetzungen für den Anbau der jeweiligen Rebsorten.

Ried Steinberg – ein Schwerpunkt des Roten Veltliners

Die Ried Steinberg gehört zu den besonders wichtigen Herkunftslagen des Weinguts.

Sie liegt im Bereich Großweikersdorf und Ruppersthal und zählt zu den höher gelegenen Rieden des Wagrams. Am oberen Hang werden nahezu 370 Meter Seehöhe erreicht.

Die Böden verändern sich mit zunehmender Höhe. Während am Hangfuß Löss vorherrscht, folgen weiter oben sandiger Löss und steiniger Untergrund. In den höchsten Bereichen ist Tertiärschotter prägend.

Für Josef Fritz besitzt die Lage eine besondere Bedeutung, da sie nach seiner Einschätzung sehr gut für den Anbau des Roten Veltliners geeignet ist.

Aus der Ried Steinberg stammen unter anderem der Rote Veltliner Ried Steinberg und die Privat-Abfüllung aus derselben Lage.

Ried Mordthal – historische Herkunft in Ruppersthal

Die Ried Mordthal liegt in Ruppersthal und gehört ebenfalls zu den wichtigen Lagen für Roten Veltliner.

Der Name leitet sich nach der Erklärung des Weinguts von der alten Ortsbezeichnung „am Ord“ ab. Sie bezeichnete das äußerste beziehungsweise hinterste Tal des Weinortes.

Die Lage besitzt unterschiedliche Bodenbereiche aus Löss und Tertiärschotter. Ihre Hänge sind von Südost bis Südwest ausgerichtet.

Neben Rotem Veltliner werden dort auch Riesling, Grüner Veltliner und Roter Traminer kultiviert.

Weitere wichtige Weinbergslagen

Das Weingut bewirtschaftet mehrere Rieden mit unterschiedlichen Standortbedingungen:

◼ Ried Himmelreich: Die höchste Lage von Zaußenberg. Der Boden besteht aus tiefgründigem Löss; die Reben stehen auf südöstlich bis östlich ausgerichteten Hängen. Schwerpunkt ist Grüner Veltliner.

◼ Ried Schlossberg: Eine südwestlich ausgerichtete Lösslage bei Mitterstockstall und Oberstockstall. Hier kultiviert das Weingut Grünen Veltliner.

◼ Ried Schafberg: Eine hoch gelegene, nordöstlich ausgerichtete Rieslinglage bei Großweikersdorf. Ihre Böden bestehen aus Löss mit Tertiärschotter.

◇ Ried Steinberg: Südlich ausgerichtete Lage mit Löss, Sandstein und steinigen Bereichen. Besonders wichtig für den Roten Veltliner.

◇ Ried Mordthal: Warmes, luftiges Tal mit unterschiedlichen Böden und mehreren weißen Rebsorten.

Die unterschiedlichen geografischen Bedingungen ermöglichen es dem Weingut, Weine mit konkretem Herkunftsbezug herzustellen. Ein Riedenwein lässt sich dabei einer bestimmten, geografisch abgegrenzten Weinbergslage zuordnen.

Weinbauphilosophie und Arbeitsweise

Das Weingut Josef Fritz betrachtet den Wein als Ergebnis des Zusammenspiels von Menschen, Natur und bewirtschafteter Kulturlandschaft.

Die Familie verbindet die Pflege ihrer Weinberge mit einer gezielten Auswahl der Trauben und unterschiedlichen Verfahren im Keller. Im Mittelpunkt stehen die Herkunft der Trauben und die Eigenschaften der jeweiligen Rebsorte.

Weinbergsbewirtschaftung und Bodenpflege

Das Weingut beschreibt die Förderung eines vielfältigen Bodenlebens als wichtigen Bestandteil seiner Arbeit.

Dazu gehört insbesondere der Aufbau von Humus durch selbst hergestellten Kompost. Der Betrieb verbindet diese Maßnahme mit dem Ziel, die Bodenstruktur und die Wasserspeicherfähigkeit seiner Weingärten zu unterstützen.

Zu den dokumentierten Arbeitsweisen gehören:

◼ Biologischer Anbau: Das Weingut beschreibt eine Bewirtschaftung mit reduziertem Pflanzenschutz im Rahmen des biologischen Anbaus.

◼ Humusaufbau: Eigener Kompost wird zur Pflege und Verbesserung des Bodens eingesetzt.

◼ Förderung des Bodenlebens: Regenwürmer und Mikroorganismen spielen in der beschriebenen Bewirtschaftung eine wichtige Rolle.

◼ Selektive Handlese: Die Trauben werden von Hand geerntet und vor der Verarbeitung sorgfältig ausgewählt.

Die Maßnahmen zeigen die Bedeutung, die der Betrieb der Arbeit im Weingarten beimisst. Aussagen über eine Bio-Zertifizierung einzelner Weine beziehen sich jeweils auf die entsprechend gekennzeichneten Produkte.

Das dreigeschossige Presshaus

Eine Besonderheit des Weinguts ist das 2003 errichtete Presshaus auf drei Ebenen.

Durch den mehrstöckigen Aufbau können Trauben und Most mithilfe der Schwerkraft transportiert werden. Für diese Verarbeitungsschritte müssen keine Pumpen eingesetzt werden.

Das Weingut nennt außerdem die Pressung mit möglichst geringem Druck als Bestandteil seiner Arbeitsweise.

Die wichtigsten Verfahren im Keller sind:

◼ Traubenverarbeitung durch Schwerkraft: Der Transport erfolgt innerhalb des Presshauses über verschiedene Ebenen.

◼ Schonende Pressung: Die Trauben werden mit möglichst geringem Druck gepresst.

◼ Gärung im Edelstahltank: Fruchtbetonte Weißweine werden unter kontrollierten, kühlen Bedingungen vergoren.

◼ Holzfassausbau: Ab der Reservequalität kommen bei Weißweinen Holzfässer zum Einsatz.

◇ Rotweinbereitung: Rotweine werden in großen Holzfässern vergoren und ausgebaut; bei Reserveweinen werden auch Barriques verwendet.

Nach der Gärung werden die Weine in einem Keller gelagert, der direkt in den Löss gebaut wurde.

Die unterschiedlichen Verfahren ermöglichen es dem Betrieb, leichtere Gebietsweine ebenso wie länger ausgebaute Reserveweine herzustellen.

Die Weine des Weinguts Josef Fritz

Das Sortiment des Weinguts wird vor allem von Rotem Veltliner und Grünem Veltliner geprägt. Laut dem veröffentlichten Sortenspiegel entfallen auf beide Rebsorten jeweils 33 Prozent der angeführten Rebflächenanteile.

Ergänzt werden sie durch Riesling, Chardonnay, Roten Traminer, Weißburgunder, Sauvignon Blanc sowie die roten Rebsorten Pinot Noir, Zweigelt und St. Laurent.

Die Weine werden in mehrere Kategorien unterteilt: Gebietsweine, Lagenweine, Reserven und Große Reserven, maischevergorene Weine sowie Sekt.

Roter Veltliner – die prägende Rebsorte

Der Rote Veltliner steht im Mittelpunkt der Weinproduktion und der fachlichen Ausrichtung des Weinguts Josef Fritz.

Trotz seines Namens handelt es sich um eine Weißweinrebsorte. Sie ist botanisch nicht mit dem Grünen Veltliner gleichzusetzen.

Josef Fritz beschäftigt sich seit vielen Jahren intensiv mit ihrer Entwicklung und den unterschiedlichen Möglichkeiten der Weinbereitung.

Das Weingut bietet mehrere eigenständige Varianten an:

◼ Roter Veltliner Wagram Terrassen: Ein Gebietswein aus verschiedenen Lösslagen. Der dokumentierte Jahrgang 2025 stammt aus handgelesenen Trauben, darunter solche von mehr als 60 Jahre alten Rebstöcken.

◼ Roter Veltliner Ried Steinberg: Ein Lagenwein, dessen Jahrgang 2025 spontan vergoren wurde und anschließend vier Monate in großen Holzfässern reifte.

◼ Roter Veltliner Ried Mordthal: Ein eigenständiger Lagenwein aus Ruppersthal.

◼ Roter Veltliner Ried Steinberg Privat: Eine weitere Abfüllung aus der Ried Steinberg, für die der Jahrgang 2023 dokumentiert ist.

◼ Roter Veltliner Josef vs. Johannes: Ein Wein, der die unterschiedlichen Vorstellungen von Josef und Johannes Fritz bei der Herstellung eines Roten Veltliners verbindet.

◇ Gondwana: Eine weitere Variante des Roten Veltliners, die das Weingut seiner Linie maischevergorener Weine zuordnet.

Die unterschiedlichen Abfüllungen verdeutlichen, dass dieselbe Rebsorte je nach Herkunft, Traubenselektion und Ausbau eigenständige Weine hervorbringen kann.

Roter Veltliner Ried Steinberg

Der Rote Veltliner Ried Steinberg ist eng mit einer der wichtigsten Weinbergslagen des Betriebs verbunden.

Für den Jahrgang 2025 dokumentiert das Weingut eine spontane Gärung und eine anschließende viermonatige Reifung in großen Holzfässern.

Die offizielle Verkostungsbeschreibung nennt gelbe Früchte, Blütenhonig und eine dezente nussige Note. Am Gaumen werden eine frische Struktur und ein längerer Nachhall beschrieben.

Die Weinbeschreibung ordnet dem Jahrgang außerdem ein Reifepotenzial von zehn Jahren zu. Dabei handelt es sich um die Einschätzung des Weinguts für diesen konkreten Wein.

Roter Veltliner Ried Steinberg Privat

Die Privat-Abfüllung aus der Ried Steinberg bildet eine weitere Variante dieser Rebsorte.

Für den Jahrgang 2023 beschreibt das Weingut eine goldgelbe Farbe und Aromen von Ananas, Maracuja, Grapefruit, Honig und Weingartenpfirsich.

Ergänzend werden dezente Holzwürze und salzige Nuancen im Nachhall genannt.

Der Wein zeigt damit eine andere dokumentierte Stilistik als die klassische Steinberg-Abfüllung.

Grüner Veltliner aus den Rieden Himmelreich und Schlossberg

Auch Grüner Veltliner nimmt einen wesentlichen Anteil im Rebsortenspiegel ein.

Zu den dokumentierten Weinen gehören:

◼ Grüner Veltliner Ried Himmelreich: Ein Lagenwein aus tiefgründigen Lössböden. Der Jahrgang 2025 wird vom Weingut als saftig und druckvoll beschrieben.

◼ Grüner Veltliner Ried Himmelreich Höhle: Für den Jahrgang 2023 werden 45 Jahre alte Rebstöcke und ein kalkreicher Lössboden genannt.

◼ Grüner Veltliner Ried Schlossberg: Ein Wein aus einer südwestlich ausgerichteten Lösslage. Die offizielle Beschreibung des Jahrgangs 2023 nennt tropische Frucht, florale Anklänge, Orangenzesten und Kräuterwürze.

Die Abfüllungen unterscheiden sich insbesondere durch ihre Herkunft und die jeweils dokumentierten Eigenschaften.

Riesling und weitere Weißweine

Neben den beiden wichtigsten Veltliner-Rebsorten kultiviert die Familie verschiedene andere weiße Sorten.

Dazu gehören:

◇ Riesling: Beispielsweise als Ried Schafberg oder Riesling Sandstein.

◇ Chardonnay: Sowohl als Gebietswein als auch in der Kategorie Große Reserve vertreten.

◇ Roter Traminer: Als Gebietswein sowie als Große Reserve mit Holzfassausbau dokumentiert.

◇ Weißburgunder: Ebenfalls in der Kategorie Große Reserve vertreten.

◇ Sauvignon Blanc: Eine weitere Rebsorte des Familienbetriebs.

Der Riesling Ried Schafberg 2023 stammt aus einer von Wald umgebenen, vergleichsweise kühlen Lage. Die nordöstliche Ausrichtung und das lokale Klima gehören zu den konkreten Herkunftsmerkmalen dieses Weins.

Reserven, maischevergorene Weine und Sekt

Neben klassischen Gebiets- und Lagenweinen führt das Weingut mehrere Speziallinien.

Bei den Reserven und Großen Reserven werden Weine im Holzfass vergoren und ausgebaut. Die Familie setzt diese Verfahren gezielt ein, um unterschiedliche Rebsorten und Herkunftslagen zu verarbeiten.

Große Reserven und Rotweine

Zu den dokumentierten Reserveweinen gehören unter anderem:

◼ Chardonnay Große Reserve: Ein im Sortiment geführter Weißwein mit entsprechendem Reserveausbau.

◼ Roter Traminer Große Reserve: Ein Beispiel für die Beschäftigung von Josef Fritz mit dem Ausbau dieser Rebsorte im Holzfass.

◼ Weißburgunder Große Reserve: Eine weitere eigenständige Weißweinreserve.

◼ Pinot Noir Reserve: Ein Rotwein aus der Rebsorte Pinot Noir.

◼ Blauer Zweigelt Reserve: Ergänzt das Rotweinsortiment um eine weitere österreichische Rebsorte.

Der Ausbau im Holzfass erfolgt nicht einheitlich für sämtliche Weine. Fassart und Ausbauverfahren hängen von der jeweiligen Weinlinie ab.

Maischevergorene Weine

Eine eigene Kategorie bilden die maischevergorenen Weine.

Bei dieser Herstellung werden die Trauben nicht unmittelbar von der Maische getrennt. Die Gärung findet zunächst im Kontakt mit Schalen und weiteren festen Bestandteilen der Trauben statt.

Das Weingut beschreibt für diese Linie folgendes Verfahren:

◼ Spontangärung: Die Gärung beginnt ohne gezielte Zugabe einer ausgewählten Reinzuchthefe.

◼ Maischekontakt: Der Wein vergärt zunächst gemeinsam mit der Maische.

◼ Pressung nach der Gärung: Erst anschließend werden die festen Bestandteile abgetrennt.

◇ Weitere Reifung: Der Wein wird gemeinsam mit der Hefe im selben Fass gelagert.

Der Rote Veltliner Gondwana gehört zu den Weinen, die das Weingut dieser Kategorie zuordnet.

Sekt aus Pinot Noir

Das Weingut produziert außerdem zwei unterschiedliche Sekte aus der Rebsorte Pinot Noir.

◼ Rosé Brut: Ein traditionell ausgerichteter Rosésekt.

◼ Blickdicht undegorgiert: Ein Sekt, der ohne Degorgieren angeboten wird.

Beim Degorgieren wird das Hefedepot nach der Flaschengärung aus dem Flaschenhals entfernt. Bei einem undegorgierten Sekt verbleibt die Hefe dagegen in der Flasche.

Damit unterscheiden sich die beiden Produkte nicht nur durch ihre Bezeichnung, sondern auch durch den dokumentierten Umgang mit dem Hefedepot.

Auszeichnungen und Prämierungen

Die Roten Veltliner des Weinguts Josef Fritz erhielten Anerkennung durch österreichische Weinfachmedien.

Besonders hervorzuheben sind die Bewertungen des Fachmagazins VINARIA, das den Betrieb in seine höchste Bewertungskategorie aufnahm.

VINARIA – Aufsteiger des Jahres

Das Weingut wurde von VINARIA als Aufsteiger des Jahres ausgezeichnet und in die Kategorie der Fünf-Kronen-Weingüter aufgenommen.

Die fünf Kronen stellen die höchste Betriebsbewertung innerhalb dieses Bewertungssystems dar.

Auch einzelne Weine wurden entsprechend bewertet:

◼ Roter Veltliner Ried Steinberg 1ÖTW Privat: Von VINARIA mit fünf Sternen ausgezeichnet.

◼ Roter Veltliner Josef vs. Johannes: Ebenfalls mit fünf Sternen bewertet.

◇ Betriebsbewertung: Aufnahme in die höchste Fünf-Kronen-Kategorie von VINARIA.

Diese Bewertungen betreffen den Betrieb beziehungsweise die konkret genannten Weine.

Engagement für den Roten Veltliner

Neben den Fachbewertungen ist auch das Engagement von Josef Fritz für seine bevorzugte Rebsorte dokumentiert.

1999 setzte er sich dafür ein, dass der Rote Veltliner einen festen Platz im SALON Österreich Wein erhielt.

Sein Einsatz trug dazu bei, die Rebsorte stärker in der österreichischen Weinbewertung und in der öffentlichen Wahrnehmung zu verankern.

Weitere Besonderheiten des Weinguts

Neben den Weinen besitzt der Familienbetrieb mehrere Merkmale, die über die reine Weinproduktion hinausgehen.

Gereifte Weine aus der eigenen Vinothek

Das Weingut verfügt über zwei historische Keller in den Lössböden des Wagrams.

Einer davon wurde zu einer Vinothek umgebaut. Dort lagert die Familie ausgewählte Weine, die erst nach einer zusätzlichen Reifezeit angeboten werden.

Seit dem Jahrgang 2016 werden bestimmte Flaschen bewusst zurückgelegt.

Dadurch können unterschiedliche Entwicklungsstadien einzelner Weine nachvollzogen werden. Besonders für Herkunftsweine und länger ausgebaute Weißweine ist die zeitliche Entwicklung ein interessanter Aspekt.

Roter Veltliner Josef vs. Johannes

Der Wein „Josef vs. Johannes“ ist Ausdruck der Zusammenarbeit zweier Generationen.

Er verbindet die Vorstellungen von Josef und Johannes Fritz bei der Entwicklung eines langlebigen Roten Veltliners.

Bei der Tour de Vin 2026 wurden vier Jahrgänge dieses Weins im Rahmen einer gemeinsamen Verkostung mit dem toskanischen Weingut Tenuta del Nicchio vorgestellt.

Die Präsentation ermöglichte einen jahrgangsübergreifenden Vergleich mit dem Wein Lodovico.

Restaurant Himmelreich

Seit 2019 gehört auch ein kleines Restaurant zum Umfeld des Weinguts.

Das Restaurant Himmelreich befindet sich in einem rund 300 Jahre alten ehemaligen Ausgedingehof unmittelbar neben dem Weingut. Der Gastraum bietet 24 Sitzplätze.

Das Gebäude wurde unter Berücksichtigung seiner historischen Bausubstanz umgestaltet.

Seit 2022 ist Marco Gangl für die Küche verantwortlich. Er sammelte zuvor Erfahrungen unter anderem im Restaurant Frantzén in Stockholm, im Landhaus Bacher in der Wachau und im Heurigenhof Bründlmayer.

Das Restaurant trägt den Namen der Ried Himmelreich, die zugleich eine der wichtigen Herkunftslagen des Familienweinguts ist.

Die Verbindung zwischen Weinbau und Gastronomie ermöglicht eine weitere Form der Auseinandersetzung mit den Weinen und ihrer kulinarischen Verwendung.

Fazit

Das Weingut Josef Fritz aus Zaußenberg am Wagram verbindet eine seit 1912 dokumentierte Familiengeschichte mit einer besonderen Spezialisierung auf den Roten Veltliner. Josef und Irene Fritz führen den Betrieb seit 2003 in fünfter Generation und bereiten gemeinsam mit ihrem Sohn Johannes den nächsten Generationenwechsel vor.

Charakteristisch sind die historischen Weinbergslagen, die unterschiedlichen Böden aus Löss, Sandstein und Tertiärschotter sowie die gezielte Verbindung von traditioneller Weinbereitung und moderner Kellertechnik. Besonders das dreigeschossige Presshaus und die unterschiedlichen Ausbauverfahren gehören zu den nachgewiesenen betrieblichen Besonderheiten.

Mit seinen Roten Veltlinern, Grünen Veltlinern, Rieslingen, Reserveweinen und Sekten zeigt das Weingut die unterschiedlichen Möglichkeiten des Weinbaus am Wagram. Die dokumentierten VINARIA-Auszeichnungen unterstreichen insbesondere die Bedeutung seiner Roten Veltliner innerhalb des Sortiments.

Häufige Fragen (FAQ)

Wo befindet sich das Weingut Josef Fritz?

Das Weingut Josef Fritz befindet sich in der Ortsstraße 3 in 3701 Zaußenberg bei Königsbrunn am Wagram in Niederösterreich. Seine Weinberge liegen in historischen Rieden des Weinbaugebiets Wagram.

Seit wann besteht das Weingut Josef Fritz?

Das Weingut wurde 1912 gegründet. Josef und Irene Fritz übernahmen den Familienbetrieb im Jahr 2003 in fünfter Winzergeneration. Ihr Sohn Johannes arbeitet seit 2018 im Betrieb mit.

Wer führt das Weingut Josef Fritz?

Josef Fritz ist Betriebsleiter, Weinbauer und Kellermeister. Seine Ehefrau Irene ist insbesondere für die Arbeit im Weingarten, den Verkauf und die Administration verantwortlich. Sohn Johannes ist in betriebliche Entscheidungen eingebunden und soll das Weingut später übernehmen.

Welche Rebsorte ist für das Weingut Fritz besonders wichtig?

Der Rote Veltliner ist die prägende Rebsorte des Familienbetriebs. Das Weingut produziert mehrere unterschiedliche Varianten, darunter Wagram Terrassen, Ried Steinberg, Ried Mordthal, Ried Steinberg Privat und Josef vs. Johannes. Trotz seines Namens handelt es sich beim Roten Veltliner um eine Weißweinrebsorte.

Welche Weinbergslagen bewirtschaftet das Weingut Josef Fritz?

Zu den wichtigsten Weinbergslagen gehören Steinberg, Mordthal, Himmelreich, Schlossberg und Schafberg. Die Böden bestehen je nach Lage aus Löss, Sandstein und Tertiärschotter. Die unterschiedlichen Standorte werden für Roten und Grünen Veltliner sowie weitere Rebsorten genutzt.

Welche Auszeichnungen hat das Weingut Josef Fritz erhalten?

Das Weinfachmagazin VINARIA zeichnete das Weingut als Aufsteiger des Jahres aus und nahm es in die höchste Fünf-Kronen-Kategorie auf. Der Rote Veltliner Ried Steinberg 1ÖTW Privat und der Rote Veltliner Josef vs. Johannes erhielten jeweils fünf Sterne.

Das Weingut auf einen Blick

◼ Weingut: Weingut Josef Fritz

◼ Standort: Ortsstraße 3, 3701 Zaußenberg / Wagram, Niederösterreich, Österreich

◼ Weinbaugebiet: Wagram

◼ Gründung: 1912

◼ Generation: Fünfte Winzergeneration seit der Übernahme 2003

◼ Betriebsführung: Josef und Irene Fritz

◼ Nächste Generation: Johannes Fritz

◼ Rebfläche: 17 Hektar laut aktueller Startseitenangabe

◼ Wichtigste Rebsorten: Roter Veltliner und Grüner Veltliner

◼ Weitere weiße Rebsorten: Riesling, Chardonnay, Roter Traminer, Weißburgunder und Sauvignon Blanc

◼ Rote Rebsorten: Pinot Noir, Zweigelt und St. Laurent

◇ Wichtige Rieden: Steinberg, Mordthal, Himmelreich, Schlossberg und Schafberg

◇ Bodenarten: Löss, Sandstein und Tertiärschotter

◇ Weinbauschwerpunkte: Roter Veltliner, herkunftsbezogene Lagenweine und unterschiedliche Ausbauverfahren

◇ Weinbergsbewirtschaftung: Biologischer Anbau nach Betriebsangaben, Komposteinsatz und selektive Handlese

◇ Kellertechnik: Dreigeschossiges Presshaus mit Schwerkraftverarbeitung seit 2003

◇ Ausbauverfahren: Edelstahltank, großes Holzfass, Barrique und Maischegärung

◇ Bekannte Weine: Roter Veltliner Ried Steinberg, Ried Steinberg Privat, Ried Mordthal und Josef vs. Johannes

◇ Sektproduktion: Rosé Brut und Blickdicht undegorgiert aus Pinot Noir

◇ Weitere Besonderheiten: Vinothek für gereifte Weine und Restaurant Himmelreich

▸ Auszeichnungen: VINARIA Aufsteiger des Jahres, Fünf-Kronen-Kategorie sowie Fünf-Sterne-Bewertungen für ausgewählte Rote Veltliner

Das Weingut Josef Fritz ist ein Familienbetrieb am Wagram, dessen Geschichte bis 1912 zurückreicht. Die Spezialisierung auf den Roten Veltliner, historische Weinbergslagen und unterschiedliche Kellerverfahren bestimmen seine Ausrichtung. Josef und Irene Fritz führen das Weingut gemeinsam mit der nächsten Generation weiter. Besonders die Roten Veltliner aus der Ried Steinberg und die Zusammenarbeit zwischen Josef und Johannes prägen das heutige Profil des Betriebs.